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"einmal ~bäng~ und weg" oder "Abschiedsbrief"

Es ist genau so, wie ich es in den letzten Monaten verstanden habe und kein bisschen anders. Samariter geben zwar viel, aber sie haben es am Schwersten, da keine Hilfe zurückkommt; sie würden ja eh wieder helfen. Und dennoch: ich lebte als Samariter und werde genau so sterben. Ich half immer und überall, wo ich konnte, doch als ich selber in den letzten Monaten Hilfe brauchte, half mir keiner; ja, einige wandten sich sogar komplett ab. Aber am Schlimmsten waren die Leute, die mir, statt zu helfen, noch Salz in die Wunde streuten und dafür sorgten, dass es mir noch schlechter ging (Grüße an meine behandelnde Ärztin aus der Uniklinik Köln und vor allem an Rene Duchéne). Freunde, Ärzte, Familie und nicht einmal mein Freund vermochten etwas an meiner Lage zu ändern. Und durch meine lang andauernde Krankheit weiß ich auch, dass die Leute, die es treffen würde, an einer Hand abzuzählen sind. Ich will auf keinem Fall, dass meine Eltern, meine Schwester oder mein Freund von irgendwas, was mich anbelangt, Wind bekommen. Respektiert bitte den letzten Wunsch eines Neunzehnjährigen- 20 bin ich nie geworden. Sie sollen nur denken, ich hätte sie verlassen. Und ich hoffe aufrichtig, dass diese Misere Schulen, Ärzte und die anderen zum Denken und vor allem Zuhören bewegt, aber ich bin zu realistisch eingestellt und weiß, dass es kaum was ändern wird. Und nein, ich kam nie damit klar, noch einmal (als wäre einmal nicht genug gewesen) sitzen bleiben zu müssen oder mit einem aussichtslosem Abitur rauszukommen. Damit kriegt man keinen guten Job. Und das ist keine Option. Doch was der Ausschlag war, war die pure Form der Einsamkeit, die mich bis zu meinem 16 und ab meinem 19 Lebensjahr wieder begleitete. Keine Hilfe, keine Unterstützung- nur leere Versprechungen. Alleine wäre ich hier nie rausgekommen. Leider war ich alleine. Bis zum Schluss.

26.4.09 14:52, kommentieren

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