Die Liebe sprach...

Für Gewöhnlich bin ich kein Freund von Gedichten, aber dieses eine fand ich so schön und zutreffend, dass ich es einfach reinsetzen wollte:

Die Liebe sprach:
Wer mich besitzen will, dem werde ich nie gehören
Wer mich kaufen will,dem werde ich durch die finger rinnen
Wer mich benutzen will, dem werde ich nichts nutzen
Wer mit mir spielen will, wird mich verlieren
Wer sich an mich berauscht, wird sich vergiften
Wer mich festhalten will, der wird mit leeren Händen bleiben
Die Liebe sprach:
Wer mich liebt, nur liebt, ganz liebt um meiner selbst Willen,
dem werde ich ganz gehören, für IMMER !!!

 

Eine ganz passende Einleitung, findet ihr nicht auch? Geht wie immer um dasselbe: Mein Liebesleben. Als ob ich über was anderes schreibe, ey XD

Wie kam ich auf die Idee für diesen Blog? Naja, es war so: Imke (meine Literaturlehrerin) lässt uns immer am Anfang der Stunde 3 Minuten lang ~irgendwas~ in so ein Heftchen schreiben. Und so fing es an, nicht am Anfang, aber doch recht weit da vorne...

"Ich traf ihn einen Tag nach meinem Unfall. Am 2 Tag  lernte ich ihn kennen. Am 5 Tag war ich verliebt. Damals war ich noch von Paulina fertig, doch er hat es geheilt, ohne es selber zu wissen oder zu merken. Er nahm ihren Platz in meinem Herzen ein. " Viel weiter kam ich in dem Text nicht. Es war so...

Nach meinem Unfall, bei dem Betty, mein Fahrrad, einen Schaden von ~420€ abbekam (Neuwert: 249€ ;> ), ging ich ins Bad mit Daniel, schwimmen. Am 2 Tag zum Arzt und dann schlafen, von da aus zum Praktikum (nach 1 h entlassen), am nächsten Tag dasselbe, nur dass ich statt schlafen shoppen war. An dem Donnerstag ging ich jedoch in ein Café und bat Sandra, die Barbesitzerin, um einen Praktikumsplatz für eine Woche. Trotz der soforten Absage hat sie weiter nachgefragt und ich habe sie hoffnungsvoll zu überreden versucht- fast hätte ich es geschafft, da mischte sich ein Kellner ein: "Tschuldigung?" (da dachte ich mir nur: süß, aber nichts Besonderes. Wenns nicht wichtig ist, geh weg) "Das hier ist mein Nebenjob, ich arbeite hauptberuflich in einer Zeitarbeitsfirma" Sandra ergriff an dieser Stelle die Gelegenheit zur Flucht. "Ich kann gerne für dich da nachfragen, ob sie dich annehmen" (STRIKE!! Bei sowas nimmt man mich doch IMMER an :D Problem: er ist schwul. Hoffentlich vergisst er es nicht...) Ich: "Au ja, gerne." "Hier ist meine Nummer, ruf mich morgen Mittag an" "Wann genau? Also Uhrzeit?" "13.30 Uhr wäre optimal" "Ok, danke. Wie war der Name nochmal?" "Marcel S." (Wie kann man nur Marcel heißen?)

 Ich rief ihn an, er machte mir den Platz klar und am Montag ging es los- nur leider ohne ihn, er ist Montags in der Berufsschule. Ich wurde nett aufgenommen, gut eingeführt und am nächsten Tag machte mir dann Marcel die Tür auf. Ich begrüßte ihn mit den Worten "Junge, für diesen Job mache ich dir ein Kind" Er lachte, wir flachsten den ganzen Tag rum und später gingen wir Sushi essen (Ich erfuhr unter Anderem, dass er vorher eine Ausbildung als Koch hatte, dass er sehr gerne tanzt und dass er eben auf 2 Jobs zu tun hat- somit manchmal also knapp 17 h am Tag). Wir entdeckten immer mehr Gemeinsamkeiten, die sonst sehr selten sind, seien sie rhetorischer Natur, tiefgründiger Vergangenheit entsprungen oder schlichtweg moralische Wertvorstellungen. Wir erzählten uns Sachen, die man sonst nur nach jahrelanger Freundschaft mitteilt. Ich habe ihn beeindruckt bekommen und er hat mich tief berührt.

 Direkt im Anschluss an unser Treffen fuhr ich ins Anyway (das JuZe, wo ich meist abhänge) und warf mich direkt Denise, meiner Lieblingslesbe, an den Hals: "Ich habe nen Typen kennengelernt. Er ist sooooo toll!" "*grinsend* Aha. Wie heißt er denn?" "Marcel." (Jetzt war der Name irgendwie wieder ok. Er passte irgendwie) Den restlichen Abend über diskutierte ich mit allen möglichen Leuten über die verschiedensten Sachen moralischer und gefühlsseliger Natur.

 Wir trafen uns ein weiteres mal und redeten wieder. Er brachte mir einiges bei, wie zum Beispiel dass Liebe etwas erlernbares sei, sprich: du musst lernen, einen Menschen zu lieben. Man kann nicht von einem Tag auf den anderen sagen "ich liebe dich". Soetwas braucht Zeit. Und in genau diesem Moment habe ich verstanden, dass ich Paulina wirklich geliebt habe und dass die Trennung, auch wenn wir nie offiziell zusammen waren, mich aufs Übelste mitgenommen hat. Er brachte mir noch einige andere Sachen bei, ohne  es wirklich zu merken. Ein guter Lehrer.

 Am letzten Tag meines Praktikums verabschiedete ich mich herzlich von allen, alle sich von mir (einem Azubi Namens Dennis gab ich meine Nummer- er meldete sich bei mir, nur habe ich zuerst das Antworten vergessen, hinterher war es mir wegen der zu langen Wartezeit zu peinlich...^^) und Marcel (allein der Klang des Namens war schon toll) versprach, sich zu melden. Wie erwartet, wider allen Hoffnungen, sah ich kein einziges mal, als ich hoffnungsvoll bei einem Klingeln auf mein Handy sah, seinen Namen auf dem Bildschirm stehen. Aus purem Trotz, er habe doch versprochen, sich zu melden, habe ich ihn ebenfalls nicht angerufen.

  Die Zeit verstrich, ich fuhr in den Ferien in den Urlaub. Nach Lloret kam ich zurück und fand irgendwie keinen rechten Gefallen mehr an Männern, auch Sex mit ihnen fand ich plötzlich GANZ langweilig. Trotzdem ging ich auf Schwulenparties, weil es einfach so viel Spaß macht- und weil ich da tanzen kann, wie ich es möchte, ohne irgendwie blöd von der Seite angemacht zu werden ;> Und auf einer davon traf ich Herrn S. (mir neuer Frisur- braun stand ihm besser als Blond. Ahja, IHN fand ich immer noch toll. Und das, obwohl er ein Mann ist.). Er warf sich mir um den Hals (ja, er WAR leicht angetrunken) und erzählte mir, dass er zur Zeit sehr viel um die Ohren habe. Ich wusste aus anderen Quellen, dass das Café, wo er arbeitete, zumachte und fragte ihn, was er nun zu machen vorhabe. "Verzweifeln. Ich brauche einen Job, sonst überlebe ich nicht." Ich bot ihm an, dass er im Falle eines Falles ja bei mir einziehen könne. Er umarmte mich und küsste mich auf den Hals. Ich war mir sicher, dass er einen Job findet (kompetent ist er ja) und das sagte ich ihm. Dann erzählte er mir etwas davon, dass man sein Fenster eingeschlagen habe und dass das ein großes Problem darstelle (kaum glaubwürdig- irgendwas lag ihm noch auf dem Herzen, aber ich traute mich irgendwie nicht recht, ihn das auf ner PARTY zu fragen). Wir redeten noch kurz darüber, er versprach sich zu melden und dann ging er auf die Tanzfläche. Das Gespräch bzg Melden verlief so: "Vergisst du eh" "Nein, nein, ich werde mich im Lauf dieser Woche noch melden!" Das war ein Mittwoch. Ich habe eine Wette mit mir selber abgeschlossen und am Sonntag um Mitternacht habe ich sie gewonnen. Schade...

  Als ich einen Monat später in seinem gr Profil sah, dass er IMMER NOCH nach einem Nebenjob sucht, habe ich für ihn auch was rausgesucht, rumgefragt usw. Das Ergebnis war recht mager- 4 Stellen, 2 davon mit konkretem Termin, 2 davon immer suchend und einige Versprechen, sich zu melden (haha. Was für eine Ironie. Ich Dennis, Marcel mich und nun sie Marcel.). Seine Nachricht "krass!! ich danke dir!!" ließ mich zwar froh lächeln, aber seine offline-headline lautet immer noch gleich. Und mehr hat er auch nicht von sich hören lassen. Schwule...

 Er hat mir einst den Weg gewiesen, ich bin ihm immer noch einiges schuldig. Er ist immer noch in der Lage, mich geistig gesund zu kriegen. Außer ihm kenne ich niemanden, der mich so weit beeinflussen kann und bei dem ich das zulassen würde. Aber mein Stolz verbietet es mir sowas von, sich bei ihm zu melden. Aber was würde ich dafür geben, dass da etwas passiert. Mein Gott, bin ich verknallt...

27.8.08 01:01

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